30.05.2026 · Hockenheim
Musik

Kiss forever, Zoltán Váry, Füzfa Zoltán, Pocky, Pál (Paul) Sturmann, Radek Šikl

„KISS forever“ lässt die Legende KISS authentisch aufleben

Die Rocklegende KISS begeistert seit Jahrzehnten Fans weltweit. Mit „KISS forever“ existiert Europas erfolgreichste Tribute-Band, die mit beeindruckender Authentizität und Leidenschaft die Musik und Bühnenshow der Originale neu erlebbar macht – ein Erlebnis, das Fans nicht verpassen sollten.


Wir leben – trotz Künstlicher Intelligenz – in einer Welt der Mysterien. Packt man den Grundschullehrer Eugene Klein und den Taxifahrer Stanley Eisen in eine Band namens „Wicked“, erstehen die Musik-Legenden „The Demon“ Gene Simmons und „The Starchild“ Paul Stanley – und feuern als „KISS“ ein halbes Musik-Jahrhundert als eine der erfolgreichsten Rockbands des Planeten mehr als 100 Millionen Alben in ihre Fangemeinde. Außerdem erfinden sie nebenbei das gigantischste Merchandising-System der Musikgeschichte mit mehr als 3000 lizensierten Produktkategorien von Lunchboxen über Kreditkarten bis zu Kondomen, Toilettensitzen und einem Sarg und räumen zwei Guinness-Weltrekorde für die höchste Flamme und die meisten gleichzeitig abgefeuerten Flammen bei einem Musikkonzert (38,53 Meter und 73 Stück) ab. Legenden, die vom ersten gemeinsamen Auftritt im Januar 1973 vor drei zahlenden Zuschauern im „Popcorn Club“ in Queens bis zum legendären Abschiedskonzert 2023 die Musikwelt einmal umkrempelten – und auf die man in zweierlei Weise nicht verzichten muss: Am Schluss der „End of the Road“-Tour im Dezember im „Madison Square Garden“ stellten Stanley und Simmons - damals 71 und 74 Jahre alt - von etwa 20.000 Fans gefeiert ihre Avatare vor: Die digitalen Abbilder wurden von „Industrial Light & Magic“, dem von „Star Wars“-Schöpfer George Lucas gegründeten Spezialeffekte-Unternehmen, in Zusammenarbeit mit der „Pophouse Entertainment Group“, die von ABBA-Mitglied Björn Ulvaeus mitbegründet wurde, entwickelt – beide Firmen hatten zuvor schon die ABBA-Avatare erfolgreich mit der Londoner Show „ABBA Voyage“ on stage geschickt.

Das bisher vergebliche Warten die Fans – jüngsten Ankündigungen zufolge soll ab 2028 eine dauerhafte Show in Las Vegas geplant sein – lässt sich auf besonders charmante Weise überbrücken: Ebenfalls schon seit über 30 Jahren ist mit „KISS forever“ Europas erfolgreichste und fraglos authentischste Tribute-Band auf Achse – und stellt mit weit über 1.500 Konzerten in 32 Ländern einen eigenen Rekord.

Einen Eindruck von der beeindruckenden Größe dieser Coverband konnten die Hockenheimer am vergangenen Samstag in der Stadthalle erleben: Das Viergestirn gab rund zwei Stunden pausenlos Dauerfeuer und ließ auch die Rennstädter mit der Erkenntnis zurück, dass ein Quartett aus Ungarn und Tschechien mit einer Show, bei der sie in Stimme und Gestus extrem nah an die Originale heranreichen, „KISS“ auch in der Breite wiederauferstehen lassen.

Das mag auch an den Überschneidungen liegen, die „KISS forever“ mit seinen Idolen hatte und die für eine Tribute-Band einzigartig sein dürften: 2012 wurden sie beim offiziellen „KISS Tribute Band Contest“ in Las Vegas vom aktuellen „Spaceman“ Tommy Thayer zur Nummer 2 auf der Welt und - weil die Gewinner von „Mr. Speed“ aus Ohio stammten - zu Europas bester KISS-Coverband gekürt, sie standen zweimal mit KISS-Schlagzeuger Eric Singer und einmal mit Bruce Kulick, der 12 Jahre die Leadgitarre der Original-Hardrocker gab, gemeinsam auf der Bühne und ließen sich 2023 im Backstage-Bereich des Dresdner Stopps der „End of the Road“-Tour in vollem Make-up und Kostüm gemeinsam mit dem kompletten Original-KISS-Line-up fotografieren — ein Spiegelbild-Moment, den nicht viele Tribute-Bands ihr eigen nennen können.

Die Truppe, die bei Konzerten von „The Sweet“, „Slade“, „Scorpions“ und „Nazareth“ als Coverband vor Originalen, die mitunter selbst von KISS beeinflusst wurden, als Opener spielte, hat die Hockenheimer entsprechend förmlich mitgerissen in eine Zeitreise zu Glanzpunkten des Hardrock. Dass die Reihen licht wie das dort vertretene Haupthaar waren, ist schlicht der Zeit geschuldet, über die wir sprechen – und vielleicht auch der Tatsache, dass „KISS forever“ ihr Hockenheim-Debut gab, von dem es hoffentlich Fortsetzungen geben wird.

Denn die äußerst sympathische Truppe geriert sich in einer Fannähe, die bemerkenswert ist: Nicht nur, dass sie mit Sarah eine junge Frau auf die Bühne holte, der ihre Euphorie und Begeisterung anzusehen war, „KISS forever“ präsentierte auch eine grandiose Setliste, die man sich beim Original bisweilen gewünscht hätte.

Darunter – neben den unvermeidlichen Klassikern wie „Deuce“, bei dem Simmons schlicht die Bassline von „Bitch“ der Rolling Stones rückwärts kopierte, „I Love It Loud“, das mit über 1.500 Live-Aufführungen der Dauerbrenner der Originale ist und „Love Gun“, das Stanley zu „one of the five signature essential KISS songs“ zählte - auch selten gespielte Stücke wie „Makin' Love“, von dem es keine Single-Auskopplung gibt, und „New York Groove“, das man von den Originalen live so gut wie nicht gehört hat.

Das alles gepaart mit einer fast fanatisch präzisen Rekonstruktion der KISS-Bühnenmythologie: Zoltán Váry („The Starchild“), eigentlich Drummer, aber bei Forever an der Rhythmusgitarre und vor allem am Mic, und Bassist Füzfa Zoltán („The Demon“), der eigentlich nur als „Pocky“ bekannt ist, hatten sich 1994 bei den Budapester „All Stars together on Stage“ kennengelernt und geben seither KISS in einer Art, dass man bisweilen den Eindruck hat, da stünden tatsächlich Paul Stanley und Gene Simmons. Flankiert vom Lead-Gitarristen Pál (Paul) Sturmann („Spaceman“) und dem Drummer Radek Šikl („Catman“), der als Tscheche die internationale Ausnahme der Formation bildet, hämmern die Vier aufs Volk ein, wie ihre großen Vorbilder – und beweisen dabei eigene Größe, die imponiert.

Auch wenn aus Brandschutzgründen auf Pyro verzichtet werden musste, war die Show absolut sehenswert: Das 1992 auf „Revenge“ veröffentlichte „Unholy“ nutzten die Jungs wie im Original zu einer Blutspuck-Nummer des „Demon“, „Catman“ gab ein Schlagzeug-Solo mit Lightsticks und in allen Details hatten sie die Originale absolut drauf.

Nur wenige Coverbands schaffen es, die interpretierten Stücken mit Leben zu füllen – Forever gelingt das scheinbar mühelos und das zwar überschaubare, aber absolut frenetisch um Zugaben rufende Publikum darf als exklusive Referenz genommen werden: Wer „KISS forever“ zu hören bekommen kann, sollte sich diese Chance nicht entgehen lassen.


Veröffentlichung SZ/HTZ 02.06.2026

Bilder

KISS forever - Europas beste KISS-Tribute-Band aus Ungarn
KISS forever - Europas beste KISS-Tribute-Band aus Ungarn
"Starchild" Zoltán Váry - gigantischer Gesang
"Starchild" Zoltán Váry - gigantischer Gesang
"Spaceman" Pál (Paul) Sturmann - hochauthentisch und auch am Mic gerne gehört
"Spaceman" Pál (Paul) Sturmann - hochauthentisch und auch am Mic gerne gehört
"Demon" Füzfa "Pocky" Zoltán - grandioser Bassist und Blutspucker
"Demon" Füzfa "Pocky" Zoltán - grandioser Bassist und Blutspucker

Videos

KISS forever verbindet garndiose Show mit authentischem Sound